ZWILLING | Rechtsanwalt und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV ®)
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Recht für die Praxis

11.05.2022 - Dürfen Verbände wegen Datenschutzrechtsverletzung abmahnen? Ist mit der Datenschutzrechtsverletzung ein unlauterer Wettbewerb verbunden?

Der EuGH (Urt. v. 28.04.2022 – C-319/20) hat in seinem Verfahren „Meta Platforms Ireland ltd.“ entschieden, dass Verbraucherschutzverbände Verbandsklage wegen Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten erheben können.

 

Der EuGH setzt jedoch voraus, dass dies auf nationaler Ebene auf Grund verbraucherschutzrechtlicher Interessen vorgesehen ist. Einer Verletzung der Rechte einer konkret zu benennenden Person bedürfe es nicht. Auch sei kein Auftrag einer Person an den Verbraucherschutzverband erforderlich. Vielmehr sei alleinige Voraussetzung, dass es sich um  

  • eine Einrichtung, Organisation oder Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht,
  • die ordnungsgemäß nach dem Recht eines Mitgliedstaats gegründet ist,
  • deren satzungsmäßige Ziele im öffentlichem Interesse liegen und
  • die im Bereich des Schutzes der Rechte und Freiheiten von betroffenen Personen in Bezug auf den Schutz ihrer personenbezogenen Daten

handelt. Das treffe in Bezug auf Verbraucherschutzverbände zu.

 

Die Möglichkeit einer Beeinträchtigung betroffener Personen einer bestimmten Kategorie oder Gruppe von Personen reiche aus.

 

Der Verstoß gegen eine Vorschrift zum Schutz personenbezogener Daten könne gleichzeitig den Verstoß gegen Vorschriften über den Verbraucherschutz oder unlautere Geschäftspraktiken nach sich ziehen (Rd. 78). Dazu müssten die Mitgliedstaaten nur von der ihnen eingeräumten Befugnis in dem Sinne Gebrauch machen, dass die Verbände zur Wahrung von Verbraucherinteressen befugt sind, gegen Verletzungen der in der DSGVO vorgesehenen Rechte gegebenenfalls über Vorschriften zum Schutz der Verbraucher oder zur Bekämpfung unlauterer Geschäftspraktiken vorzugehen (Rd. 79). Ob das im zugrundeliegenden Rechtsstreit bereits der Fall ist, wird nun der BGH zu entscheiden haben.

 

Weiterhin offen ist, ob das alles auch für den Mitbewerberschutz gilt. Die Vorschriften der DSGVO schützt jedenfalls nur natürliche Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Eine Regelung, die den Wettbewerbsvereinen ein Recht im B2B-Bereich gibt, lässt sich über Art. 80 DSGVO jedenfalls nicht unmittelbar herleiten. Die Rechtsentwicklung bleibt abzuwarten.

 

 

01.12.2021 - Cookie-Banner-Dienst unzulässig?

 

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Az.: 6 L 738/21.WI) hat der Hochschule RheinMain mit Einstweiliger Verfügung vom 01.12.2021 untersagt, den Cookie-Dienst Cookiebot auf ihrer Website zum Zweck des Einholens von Einwilligungen so einzubinden, dass personenbezogene oder -beziehbare Daten der Websitenutzer (einschließlich deren IP-Adresse) an Server übermittelt werden, die von einem externen Unternehmen in den USA betrieben werden.

 

Cookie-Banner sollen dem Websitenutzer die freie informierte Enscheidung darüber geben, zu welchen Zwecken seine personenbezogenen Daten erhoben und weiterverarbeitet werden dürfen. Dabei geht es nicht nur um die Daten, die der Websitebetreiber verarbeiten möchte, sondern auch um die Daten, die im Hintergrund durch den Betreiber des Cookie-Banners verarbeitet werden. Im konkreten Fall verarbeitete der Cookie-Dienst die vollständige IP-Adresse der Endnutzer auf Servern eines Unternehmens, dessen Unternehmenszentrale sich in den USA befindet. Hierüber und über die Risiken hätte informiert werden müssen. Auch wäre für diese Verarbeitung eine Einwilligung erforderlich gewesen.

 

Auch wenn das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, weil noch die Möglichkeit der Beschwerde an den Hesischen Verwaltungsgerichtshof besteht, sollte jeder Plattformbetreiber, der Cookie-Banner nutzt, genau prüfen, welche Daten durch den Dienstleister abgegriffen werden, und wo die Server stehen, auf denen die Date verarbeitet werden. Ggf. Sollte der Cookie-Dienst gewechselt werden.

15.04.2021 - Corona - Was gilt denn nun?

 

Ich blicke nicht mehr durch. Meldungen über Meldungen in allen Medien, die uns zur Verfügung stehen, mit denen wir überschüttet werden. Und dann noch die vielen unterschiedlichen Regelungen, die obendrein noch ständig geändert werden. Ich kann es auch nicht mehr hören. Schon wenn das Wort fällt, geht die Klappe runter. Da suche ich mir lieber etwas in den Mediatheken der Fernsehsender. Und das geht bestimmt nicht nur mir so.

 

Aber wie will man etwas erreichen, wenn immer mehr Menschen in unserem Land nicht mehr zuhören? Wie, wenn man in dem Chaos der Meldungen nichts mehr versteht? Und wie, wenn (noch) nicht alle der deutschen Sprache mächtig sind?

 

Ich habe versucht, schnell mal die für mich in meiner Region aktuellen Regelungen im Netz zu finden. Fehlanzeige! Statt überall zu diskutieren, was nun besser ist (Wofür eigentlich? Ich habe da mal was von Wahlen gehört.), sollten Bund, Länder, Städte und Kreise mal das Internet nutzen, um gemeinsam auf den Seiten einer Domain ihre Regelungen bekannt zu machen. Und das in Anlehnung an den Sinn und Zweck des Art. 7 Abs. 2 DSGVO (auch wenn es hier nicht um Datenschutz geht) in einer verständlichen und leicht zugänglichen Form, in einer klaren und einfachen Sprache! Warum nicht in einer bloßen Strichaufzählung zu einheitlichen Überschriften, die auf der Seite des Bundes, der per Klick erreichbaren Unterseite eines Landes und der per Klick erreichbaren Unterseite der jeweiligen Stadt und des jeweiligen Kreises Verwendung findet. Es könnte so einfach sein.

 

Sprache ist übrigens das Stichwort. Da gibt es viele, die bei uns in Deutschland gesprochen werden. Eine Internetseite, so, wie ich sie mir wünschen würde, sollte die Chance der Integration nutzen und über die Fahnen der jeweiligen Staaten den Zugang zu Übersetzungen schaffen. Ja, Integration. War da nicht was?

 

Sind die Verantwortlichen technisch und in praktischer Umsetzung so verstaubt , daß sie über diese Möglichkeiten noch nie nachgedacht haben?

ZWILLING | Rechtsanwalt

Thomas Zwilling
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